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Die Stehauf-Frau - Eva Hürlimann

  • 30. Mai
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Mai

Eva Hürlimann
Eva Hürlimann

Eva Hürlimanns Lebensgeschichte ist eine Inspiration. Die Ultra-Triathletin bestreitet im Mai in Rio de Janeiro einen zehnfachen Ironman – und trainiert gar nicht besonders viel. Sie führt ein Hotel im Oberland, ist alleinerziehende Mama, hat in den letzten Jahren einige Schicksalsschläge überwunden. Motivation, Mentalität und Mut der 43-Jährigen sind bemerkenswert. Sie sagt: «Für mich ist es längst ein Kompliment, wenn jemand sagt, dass ich spinne!» Fabian Ruch über Eva Hürlimann


Es gibt Treffen, da sind die Erwartungen, die Spannung und vielleicht auch die Vorfreude vor dem Gespräch besonders hoch: Was ist das wirklich für ein Mensch, dem man gleich begegnen wird?

 

Eva Hürlimann steht Mitte Februar schon vor dem Gästehaus «Eva's Seeblick» in Krattigen, hoch über dem Thunersee, als man auf dem Parkplatz vorfährt. Die Begrüssung ist herzlich, sie führt sofort mit Schwung und Elan durch ihr kleines Hotel mit acht Zimmern, jedes stilvoll und anders und nach einem bestimmten Motto eingerichtet. Das Gespräch findet im obersten Stock statt, hier lebt sie mit zwei ihrer drei Kindern, dem 13-jährigen Sohn und der 11-jährigen Tochter. Die älteste Tochter, 15, ist beim Ex-Mann, das Verhältnis zu ihr ist gut.

 

Und man fragt sich erneut: Wie schafft sie das? Wie kann diese Frau als alleinerziehende Mutter ein Hotel alleine führen – und dazu eine der besten Ultra-Triathletinnen der Welt sein? Und das nach einer Scheidung und nach zwei heftigen Schicksalsschlägen vor ein paar Jahren, als ihr Vater und ihr Bruder unerwartet starben!

 

Nach ein paar Minuten stellt man fest: Die Einstellung von Eva Hürlimann zum Leben, zu den Herausforderungen, die es mit sich bringt, und zu ihrem besonderen Alltag ist – inspirierend. Sie hat einen faszinierenden und bemerkenswerten Weg gefunden, bei sich zu sein und im Moment zu leben, aber das grosse Bild trotzdem nicht aus den Augen zu verlieren. Gerade bereitet sie sich auf den «Brasil Ultra Tri 2026» im Mai vor: zehn Triathlons nacheinander, aber nicht zehn einzelne an zehn Tagen, sondern zuerst 38 Kilometer Schwimmen, dann 1800 Kilometer Radfahren, schliesslich 422 Kilometer Laufen.

  

Nochmals: Wie geht das?

 Eva Hürlimann antwortet einmal: «Es geht um Passion, Lebensfreude, Haltung.» Später: «Krisenmanagement ist wichtig. Im Sport wie im Leben.» Und irgendwann auch: «Wenn man bereit ist, sich einem Ziel unterzuordnen, schafft man es auch.» Geht nicht – gibts nicht: Eva Hürlimann lebt diesen beliebten (und womöglich arg banalen) Motivationsratgeber. Sie ist Extremsportlerin, sie ist zuweilen extrem, aber sie wirkt keineswegs extrem. Im Gegenteil: Wenn sie mit einer Tasse Tee vor ihr am Küchentisch sitzt und ruhig aus ihrem Leben erzählt, wirkt sie wie eine ganz normale Frau, die jeden Tag versucht, Job, Familie und Hobbys möglichst passabel unter einen Hut zu bringen.

 

Sie sagt: «Für mich ist es längst ein Kompliment, wenn jemand sagt, dass ich spinne!»

 

Grenzen verschieben – und daran glauben Eva Hürlimann ist im Ultratriathlon weltweit wohl die beste Frau. Sie selbst würde das nie so sagen. Sie sagt: «Es geht nicht darum, gegen andere zu kämpfen oder sie schlagen zu wollen. Es geht in unserem Sport darum, die inneren Kämpfe auszuhalten und sich selbst zu schlagen.» Die 42-Jährige hält mehrere Weltrekorde, über die Distanzen von 3, 5 oder 10 Triathlons, manchmal verliert sie einen, aber sie holt ihn sich wieder zurück. Grenzen scheint es für sie keine zu geben.

 

Und man fragt sich auch während des Gesprächs immer wieder: «Wie kann sie das?»

 

Im Haushalt im obersten Stock des Gästehauses «Eva's Seeblick» wirkt alles wie in einer Wohnung mit Teenagern. Immerhin: Irgendwo steht eine Rolle, irgendwo ein Laufband, Eva Hürlimann trainiert, wenn sie Zeit hat. Und sie sagt, eigentlich mache sie gar nicht so oft Sport und verfolge keinen akribischen Trainingsplan, wie man es sich vielleicht vorstellen würde. Sie habe gute Gene, erhole sich schnell, ihr Körper passe sich ideal an, der Wille und die Einstellung seien entscheidend. Sie ist mental stark und mutig, darum hat sie als Quereinsteigerin auch geschafft, ein Hotel zu führen. Sie hält Vorträge, ist Influencerin, ihr Weg ist nicht nur für CEOs ein Vorbild, sondern für alle Menschen.

 

Eva Hürlimann sagt: «Wenn man Freude hat an dem, was man macht, wächst man jeden Tag. Dann halten einen auch Rückschläge nicht auf.»

 

Klingt simpel – und wie aus einem billigen Mental-Coach-Lehrbuch. Aber die Bernerin beweist jeden Tag mit viel Energie und Leidenschaft, dass Wille Berge versetzen kann. Noch so ein Spruch aus dem Motivationsseminar, den sie beeindruckend vorlebt.

 

Reine Kopfsache

Eva Hürlimann war bereits als Mädchen sehr aktiv. Sie wuchs im Seeland auf, ging lange ins Eiskunstlaufen, weil das ein Wunsch ihrer Mutter war, stellte aber selbst bald fest, dass sie keine Prinzessin ist. Sie sei als Kind eher «ein Rüedu» gewesen, so sagt man auf Berndeutsch, wenn jemand ein wenig wild und verwegen ist. Im Schwimmklub gefiel es ihr auch als Mädchen, sie fuhr die sieben Kilometer vom Wohnort in Pieterlen ins Training nach Biel stets mit dem Velo, müde war sie nie.

 

 Heute hilft es Eva Hürlimann, die Schwimmtechnik zu beherrschen. Denn im Grunde genommen schwimmt sie kaum im Training. Keine Zeit. Zu langweilig. Die 38 Kilometer am Stück zu schwimmen sei für sie eine Kopfsache. «Es ist vieles eine mentale Frage», sagt sie. «Im Sport wie im Leben.»

 

In Rio de Janeiro im Mai werden die rund drei Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht die prächtige Landschaft der für viele schönsten Stadt der Welt geniessen können. Geschwommen wird in einem 50-Meter-Becken, die Radstrecke wird auf einem 9-Kilometer-Parcours gefahren, und gelaufen wird auf einer Strecke von 1,5 Kilometern. Das kann monoton sein, doch Eva Hürlimann sagt, sie sei dort wie in einem Film, total im Flow, es sei wie ein Flug durch die drei Disziplinen: «Man ist alleine mit sich und seinen Gedanken. Und unterwegs mit den anderen Athletinnen und Athleten, durchleidet verschiedene Krisen, unterstützt einander.»

 

Und das für eine sehr lange Zeit. Eva Hürlimann rechnet mit 220 bis 230 Stunden, möchte aber die 200-Stunden-Marke unterbieten, insgeheim traut sie sich sogar eine Zeit von 185 Stunden zu. «Mal schauen», sagt sie. «Während eines so langen Ultratriathlons ist man ständig in einer Krise. Je besser man damit umgeht, desto schneller wird man im Ziel sein.» Faktoren wie Erholung und Ernährung sind entscheidend, sie wird kurze Naps halten von einer Stunde, aber auch mal fünf Stunden schlafen, um dem Körper ein wenig Ruhe zu geben.

 

Irgendwann – wohl schon sehr früh – aber ist man einfach nur noch mit sich, seinem geschundenen Körper und dem Kopf beschäftigt. Runde für Runde für Runde. Eva Hürlimanns Partner Daniel Gruber wird in Rio dabei sein, als Unterstützung, sie schätzt seinen Humor und Support am Tag und in der Nacht, wenn es besonders hart werden kann. Schwimmen, fahren und laufen muss sie alleine.

 

Sechs Jahre kaum Sport

Eva Hürlimann sagt, sie habe schon immer einen «eigenen Kopf» gehabt. Mit 16 zog sie zu Hause aus, lebte in Bern, um sich zur Pflegefachfrau auszubilden. Dort trat sie mit 18 auch einem Triatlonklub bei, gewann bald Wettkämpfe, bestritt als Velofahrerin auch Eliterennen, machte sich unter ihrem ledigen Namen Eva Haueter einen Namen, war sogar teilweise Halbprofi. Als sie schwanger wurde, beendete sie die sportlichen Aktivitäten, trainierte während sechs Jahren kaum noch, joggte vielleicht einmal in der Woche, war für Familie und Kleinkinder rund um die Uhr da.

 

Doch die Vorlieben für Challenges und Grenzerfahrungen sind tief in ihr drin. Eva Hürlimann sagt, sie habe dieses «verrückte Gen» von ihrem Vater geerbt, einem Bergler, naturverbunden, ein wenig stur und eigen, wie sie sagt, zudem stets sehr aktiv und kein 08/15-Typ. In den Ferien fuhr die Familie früher auch mal mit dem Velo nach Südfrankreich, das hat sie als Mädchen geprägt. 2019 starb ihr Vater in den Familienferien auf einem Campingplatz am Neuenburgersee. Er sei mit einem Stand-up-Paddle auf den See gefahren, sie habe ihn beobachtet, wie er weit draussen ins Wasser fiel – und nicht mehr auftauchte. Sofort sei sie mit einem anderen Paddle losgefahren, habe ihren Vater unter Wasser noch gesehen, aber nicht mehr herausziehen können, er sei nicht mehr zu retten gewesen, er habe wohl einen Herzinfarkt erlitten. «Erst ein paar Stunden später wurde er gefunden, ich durfte ihn identifizieren», sagt sie.

 

Das sei ein riesiger Schock gewesen. Ein Bild ihres Vaters von diesem Tag auf dem Campingplatz sei ihr geblieben und sehr präsent – wie er eine Schweizer Karte studiert und überlegt, wo er seine Tochter bei einem ihrer Ultratriathlons um die Schweiz besuchen und anfeuern werde. «Er ist auch heute irgendwie immer mit mir unterwegs», sagt sie. «Der Tod ist wie die Geburt, ein gewaltiges Ereignis. Und ich war so nahe bei meinem Päpu, als er starb.»

 

 «Ich bin die Eva!»

 Eva Hürlimann hat schwierige Momente im Leben erlebt. Aber sie ist nicht daran zerbrochen. Zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters starb der zwei Jahre ältere Bruder, ein Schulleiter im Oberland und vierfacher Vater von Kindern zwischen damals sechs und 15 Jahren. Er hatte immer eine leicht geschwächte Lunge, erkrankte an Corona, kam zur Überwachung ins Spital – ehe sich die Werte auf einmal in kurzer Zeit massiv verschlechterten. «Es ging so schnell», sagt Eva Hürlimann. Ihr Bruder habe noch ein paar Freunden schreiben können, dass es ihm richtig schlecht gehe und sie alle gut zu seiner Frau und den Kindern schauen sollen – dann sei er gestorben. «Das war so krass, er war ein so fitter, gesunder, sportlicher Mann.»

 

Sie sei recht gläubig aufgewachsen, sagt Eva Hürlimann, und sie glaube daran, dass alles im Leben einen höheren Sinn habe. Selbst wenn man das nicht auf den ersten oder zweiten Blick erkennen könne. «Ich bin überzeugt, dass man mit seiner Einstellung auch ganz schwierige Zeiten meistern kann und daran sogar wächst.»

 

Sie ist der lebende Beweis dafür. Und je länger das Gespräch mit ihr dauert, desto mehr geht es um Werte, um Haltung, um Mentalität – und nicht um Ultrasport. «Ich bin da sowieso einfach reingewachsen», sagt sie.

 

Nach den Schwangerschaften und der intensiven Zeit mit den drei Kleinkindern habe sie irgendwann das Bedürfnis gehabt, wieder Sport zu treiben. Sie trainierte, nicht hart und nicht intensiv, aber regelmässig, bestritt bald wieder Triathlons, gewann 2016 sensationell den Gigathlon mit den fünf Disziplinen Schwimmen, Rennvelo, Bike, Laufen und Inline-Skating bei den Frauen und wurde vom ebenfalls überraschten Speaker im Ziel gefragt: «Wer bist du?»

 

Sie antwortete: «Ich bin die Eva!» 

Die Eva hatte am Tag nach ihrem Triumph eine Art Erweckungserlebnis, zumindest aber einen Schlüsselmoment: «Ich wachte auf und war gar nicht kaputt. Ich hätte sofort wieder einen Gigathlon machen können.»

 

Geboren war die Ultratriathletin Eva Hürlimann.

 

Und so gewann die passionierte Sportlerin in den letzten Jahren viele Rennen. Fünf Triathlons am Stück fühlten sich nicht wirklich anstrengend an, auch nach zehn war sie nicht total am Ende. Sie kennt den Deutschen Jonas Deichmann, der 2024 gleich 120 Ironmans in Folge absolviert hat. «Unmöglich ist das nicht, das braucht eine sehr gute Vorbereitung, und meine Kinder sind noch zu klein für so einen Seich», sagt sie schmunzelnd. Sie sei nicht verbissen, sondern mache, was ihr Spass bereite. Grenzen verschieben, Schmerzen ertragen, das Unmögliche möglich machen. Lässig, locker, leichtfüssig.

 

Der Zusammenbruch am Thunersee

Mit 43 Jahren steht Eva Hürlimann mitten im Leben. Sie sagt, es sei wichtig, dass man Trauer zulasse und nicht verdränge. Sie sei zwar eine Powerfrau, aber keineswegs unsensibel oder hart. Akzeptieren, loslassen, aufstehen, nach vorne schauen. «Das Leben ist viel zu schön und bietet zu viel, um immer traurig oder negativ zu sein», sagt sie. Ihre Freundinnen würden ihr immer wieder sagen, dass sie eine Stehauffrau sei.

 

Und alles gelingt selbst ihr nicht. Einmal musste sie ein Rennen wegen Unterkühlung aufgeben. Und wenige Wochen nach dem Tod ihrer Papas habe sie bei diesem Rennen um die Schweiz, das 1000 Kilometer dauerte, etwa nach zwei Dritteln der Strecke einen mentalen Zusammenbruch gehabt. Am Thunersee, als sie den See sah und sich in dieser Stimmung unvermittelt an ihren Vater erinnerte, an die dramatischen Szenen im Neuenburgersee. Sie stieg sofort vom Velo ab, weinte hemmungslos, wollte nur noch nach Hause zu den drei Kindern ins Emmental, wo die Familie damals wohnte.

  

Es war genau dort, wo sie heute weiter oben am Hang lebt und «Eva's Seeblick» führt. Immer den See im Blick, das Panorama ist traumhaft. Und wenn sie heute Vorträge hält, manchmal auch vor sehr vielen Menschen in sehr grossen Hallen, spricht sie über Verluste, über Torturen und Trauer, aber vor allem auch darüber, wie man sich aufrappelt und nicht zulässt, von negativen Gedanken gefangen genommen zu werden. «Wir haben ein Leben», sagt sie. «Nutzen wir es.»

 

Die Hassbriefe

Vor dem Treffen mit Eva Hürlimann hatte man eine eher strenge, sehr disziplinierte, vielleicht zuweilen kalte Frau erwartet. Doch sie ist, wie sie selbst sagt, nicht dürr, nicht drahtig, keine «Körnlipickerin», sie strahlt Wärme, Zuversicht, Lebenslust aus. Sie isst, wonach sie Lust hat, selbstverständlich gesund und mit viel Gemüse und Proteinen. Aber es geht ums Körperbewusstsein und nicht darum, möglichst ideal für ultrakrasse Wettkämpfe vorbereitet zu sein. Sie trinkt auch mal ein Glas Wein und habe intuitiv gelernt, was für sie gut sei. In der Freizeit ist sie oft in der Natur, zum Beispiel in einer abgelegenen Alphütte, die zur Familientradition gehört – und in der die Turbulenzen dieser rastlosen Welt weit weg sind.

 

Wichtiger als Training und 1001 Gadgets, um den Körper zu überwachen, sind für Eva Hürlimann bei ihren anstrengenden Wettkämpfen der Wille und das Mindset. «Man muss Schmerzen ausblenden können», sagt sie. Wenn das rechte Knie angeschlagen sei, konzentriere sie sich so lange auf das linke Knie, bis sie gar nichts mehr spüre. Auch das hört sich relativ banal an. Aber dahinter stecken jahrelange Arbeit, ein bemerkenswerter Fokus und eine Gedankenwelt, die andere Menschen auch triggern kann.

 

Es gibt viele Jammeris, Nörgler und Kritiker, gerade in der Schweiz, und eine Frau wie Eva Hürlimann eckt an, es gibt Neid und Eifersucht. Sie erhält manchmal Briefe, hasserfüllt und böse, weil sie angeblich ihre Kinder vernachlässige, weil sie so viel trainiere und egoistisch sei und bestimmt nicht sauber. «Ich habe gelernt, solche Kritik als Ansporn zu sehen», sagt sie. Es müsse für sie stimmen, wenn sie in den Spiegel schaue. «Und ich weiss, dass ich meine Rollen alle gewissenhaft ausfülle. Auch und vor allem jene als Mama.»

 

Eva Hürlimanns Kinder sind sportlich, alles andere würde überraschen, wobei die Mutter sie zu nichts drängt. «Wenn man etwas gerne macht, macht man es auch gerne freiwillig», sagt sie. Ihr ist es wichtig, den Kindern ein Vorbild zu sein. Darum würde sie auch nie zu unerlaubten Mitteln greifen, bei Doping wird man in ihrer Szene sowieso geächtet und lebenslang gesperrt.

 

Verletzung bei Haushaltsarbeit

In den Wochen vor dem Rennen in Rio de Janeiro wird Eva Hürlimann ihr Trainingspensum ein wenig hochfahren. Sie wird in dieser Zeit 20 bis 30 Stunden in der Woche unterwegs sein, auch mal um 5 Uhr morgens joggen gehen oder mit dem Velo um den Thunersee fahren. Sie vertraut bei der Vorbereitung wie immer sich, ihrem Körper und ihrem Kopf. Und sie hofft, weiter verletzungsfrei zu bleiben. Erst einmal musste sie einen Wettkampf absagen, das war letztes Jahr, nachdem sie beim Wäschewaschen im Hotel in Eile war, eine Treppenstufe verpasste, mit dem vollen Korb in der Hand hinfiel – und sich den Fuss brach.

 

Sie muss schmunzeln, als sie davon erzählt: Extremtriathletin verletzt sich bei Haushaltsarbeit.

 

Den eigenen Weltrekord über die fünffache Ironman-Distanz konnte sie nach diesem Sturz nicht verbessern. Aber es geht weiter, die nächste Herausforderung wartet in Brasilien. Konkurrentinnen blicken zu Eva Hürlimann auf, nennen sie ein «Mentalitätsmonster». Und sie selbst hinterlässt den neugierigen Eindruck, immer noch am Anfang einer langen, spannenden Reise zu sein. Ein normaler Ironman (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,2 Kilometer Laufen), so sagt sie das, sei ihr viel zu kurz. «Lieber ein bisschen zu verrückt als ein bisschen zu langweilig», ist eines ihrer Mottos.

 

Und ein anderes, das Eva Hürlimanns Leben wunderbar beschreibt, geht so: «Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie mehr in deinem Leben arbeiten müssen!»


Fabian Ruch hat früher davon geträumt, dass er bis 50 einen Ironman beendet. Mittlerweile wird das eher knapp, aber seit er Eva Hürlimann kennt, weiss er: Alles ist möglich! Besonders beeindruckend fand er nicht nur die Mentalität und die aufgestellte Art von Eva, sondern auch ihre Leidensfähigkeit. Er wird im Mai mit Eva Hürlimann mitfiebern und ihren Weg verfolgen – zumal Rio de Janeiro seine absolute Lieblingsstadt ist.






 





 
 
 

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